Fuji X100F – Was braucht man mehr?

Die Fuji X100 Serie legte 2010 aufgrund des Retro-Designs und des Bedienkonzepts einen fulminanten Start hin, auf den fast unmittelbare Enttäuschung wegen des langsamen Autofokus folgte. Was hat Fuji seitdem gelernt – und was nicht?

Ich muss ehrlich sagen, ich war schon immer ein Fan der Serie, auch wenn ich bisher noch keine X100 mein Eigen nennen konnte. Mich hat ehrlich gesagt immer der Preis abgeschreckt, wobei man bedenken muss, dass ein 35mm Objektiv mit dieser Leistung auch seinen Preis hat. Und oft wiegt das schon so viel, wie hier die ganze Kamera.

Wer braucht die?

Das Gewicht-/Leistungsverhältnis ist der eben auch das Verkaufsargument Nummer 1. Wer die Brennweite mag und sich bei der Motivwahl etwas einschränken kann bzw. dadurch sogar zu kreativer Höchstleistung aufläuft, der bekam und bekommt hier eine jackentaschentaugliche Kamera, die sowohl vom Sensor als auch vom Objektiv mit nahezu jeder APS-C-Spiegelreflex mithalten kann.

Nun ist es heutzutage so, dass man von der Bildqualität her eigentlich fast jede Kamera ab ca. 500 Euro empfehlen kann, also was bewegt einen dann noch zum Kauf einer Fuji X100F?

Retro-Desing, Look-and-Feel

Der klassische Look, die Größe, die Bedienung und der Sucher sind die Alleinstellungsmerkmale der X100-Serie. Abgesehen von Leica hat es bisher kein Hersteller geschafft – oder überhaupt ernsthaft versucht – eine Kamera mit einem solchen Bedienkonzept zu schaffen. Für mich sind die klassischen Bedienrädchen mit Blende und Verschlusszeit ein Segen, denn dadurch entfällt das überflüssige Moduswahlrad. Und wer gibt schon über 1000 Euro für eine Kamera aus, nur um dann Motivprogramme zu verwenden. Die sind ein Relikt aus der Anfangszeit digitaler Kameras.

Ich besitze momentan neben meiner Sony A7II noch eine Fuji X70, von der ich wirklich sehr begeistert bin, allerdings fehlt mir für das richtige Foto-Feeling einfach ein Sucher. Die X70 macht ganz tolle Bilder, aber die X100F hat einen Sucher, einen eingebauten Graufilter und die für mich interessantere Brennweite. Das wird mich kaum dazu bewegen, die 1300 Euro locker zu machen, aber ein bisschen gezuckt habe ich schon, als die Kamera angekündigt wurde.

Fazit

Der lahme Autofokus und die Auslöseverzögerung ist längst passé und sämtliche Kinderkrankheiten der X100-Serie sind kuriert. Die X100F hält, was sie verspricht und hat sicher für etliche Anwender das Zeug zur Hauptkamera.

Wer die Brennweite mag und gerne leicht reist bzw. für den Alltag eine unkomplizierte Zweitkamera braucht, dem würde ich diese Kamera wirklich empfehlen. Foto-Enthusiasten werden aber höchstwahrscheinlich immer zusätzlich eine Kamera mit Wechselobjektiven benötigen, um mehr kreativen Spielraum zu haben. Da stellt sich dann schon die Frage, ob eine solche Anschaffung wirtschaftlich noch sinnvoll ist.

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